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Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK), ist beim medizinischen Laien auch als Schaufensterkrankheit oder Raucherbein bekannt; der Mediziner nennt diese Art der Erkrankung Claudicatio intermittens, was übersetzt bedeutet, Gehen mit Unterbrechungen. Es handelt sich bei dieser Erkrankung um eine vielgestaltige Krankheit der Arterienwand, für deren Zustandekommen neben vielen anderen Faktoren auch die erbliche Veranlagung eine Rolle spielt. Die anatomischen Veränderungen beginnen oft schon in jungen Jahren und nehmen gleichmäßig oder in einzelnen Schüben durch das ganze Leben zu.
Die Mediziner sprechen von einem normalen Alterungsprozess, der als Krankheit zu bezeichnen ist, wenn er besonders früh auftritt und stärkere Beschwerden und Komplikationen hervorruft. Den Beginn bildet eine Störung des Stoffwechsels der Gefäßwand. Es kommt zu einer Quellung und Auflockerung der inneren Schicht, in die Fettstoffe, Eiweißkörper, Kalksalze und andere Substanzen eingelagert werden. Die Muskelschicht der Arterienwand wird dicker, während die elastischen Fasern zerstört werden. Die befallenen Gefäße verlieren so zunehmend die Fähigkeit, sich zu erweitern und zu verengen, sie werden zu starren Röhren.
Es kommt zur Schaufensterkrankheit oder auch Raucherbein.
Die Risikofaktoren, welche die Entstehung und die Fortentwicklung der Arterienverkalkung und damit der Schaufensterkrankheit, so wie das Auftreten von Komplikationen begünstigen, sind in erster Linie hoher Blutdruck, erhöhter Fettgehalt des Blutes, Übergewicht und das Rauchen, Zuckerkrankheit, Bewegungsarmut und psychische Belastung. Weitere schädigende Faktoren sind Gicht, hormonelle Störungen, Infektionskrankheiten, rheumatisches Fieber, Allergien, Vergiftungen (Blei, Alkohol). Alle diese Faktoren können zu peripheren Durchblutungsstörungen führen. Welche Ursache sie haben, muss die ärztliche Untersuchung klären. Nach der Art der gefundenen Ursache wird sich dann auch die Behandlung richten.
Die arterielle Verschlusskrankheit wird in vier Stadien eingeteilt. Im Stadium I ist die Durchblutungsreserve soweit ausreichend, dass keine Beschwerden bestehen. Im Stadium II bestehen deutliche Einschränkungen der Gehleistung mit Schmerzen, die den Betroffenen zum Stehen bleiben zwingen. Im Stadium III treten infolge einer unzureichenden Kompensation (Ausgleich einer gestörten Organfunktion durch das Organ selbst) Ruheschmerzen auf. Typischerweise nehmen die Schmerzen bei Hochlagerung der Beine zu und beim Herabhängen der Beine infolge des hydrostatischen (im Inneren einer ruhenden Flüssigkeit herrschender Druck, der in jeder Richtung gleich groß ist) ab. Im Stadium IV finden sich Nekrosen (abgestorbene Zellen, Gewebs- und Organteile infolge örtlicher Stoffwechselstörungen) mit und ohne Ruheschmerzen. Die Extremität (das Gliedmaß) ist hochgradig gefährdet. Die therapeutischen Möglichkeiten bei arteriellen Durchblutungsstörungen, Schaufensterkrankheit oder Raucherbein hängen selbstverständlich von der Lokalisation und der Schwere des Befundes ab. Prinzipiell können konservative oder operative Maßnahmen angewandt werden.
Zu den konservativen Verfahren gehört unter anderem die physikalische Therapie (Gehtraining, vasoaktive/ durchblutungsfördernde) Substanzen. Zu den operativen Verfahren gehören Bypass (man legt um die verengte Arterie ein Umgehungsgefäß), Endarterektomie (der Versuch, aus der Arterie eine Ablagerung herauszuschneiden; wird wenig angewandt), Ballondilatation (ein Katheter wird über die Leistenarterie in die verengte Arterie geschoben. An dessen Spitze sitzt ein kleiner Ballon, der vor Ort aufgeblasen wird. Die Ablagerungen werden einfach in die Gefäßwand gedrückt). Im Endstadium wird der Arzt oftmals nur noch zu einer Amputation raten können.


